Gastronomie im Wandel: Die unsichtbaren Stressoren enthüllt

Gastronomie im Wandel: Die unsichtbaren Stressoren enthüllt

Januar 17, 2024 0 Von Annette Kreiling

Die Gastronomie leidet unter akutem Arbeitskräftemangel. 

Dass gute Fachkräfte sich nach den Corona bedingten Betriebsschließungen Alternativen suchten verstehe ich sehr gut. 

Aber warum wollen viele nicht mehr zurück ins Gastgewerbe.  

Ich hatte so meine Vermutungen, wollte es aber aus erster Hand wissen und habe potentielle Bewerber befragt, warum sie sich gegen eine Anstellung bei uns entschieden haben.

Das ist zu stressig

…waren die häufigsten Antworten.
Außerdem zu unregelmäßig, zu schlecht bezahlt und es müssen zu viele Überstunden gemacht werden.
Die Chefs oft unfreundlich, cholerisch und üben viel Druck aus. So die Erfahrungen der Bewerbenden. 

Das viele den Stress ganz oben auf die Negativliste setzen, ist auch nicht verwunderlich.  

Ich finde sie haben recht. Es ist oft stressig. Für mich auch.

Ich habe gelernt damit umzugehen.

Aus der Not heraus. Weil ich gesehen habe, dass der unermüdliche Einsatz für den Gast von meinen Eltern und Großeltern, mit der Gesundheit bezahlt wurde.

Ich liebe die Arbeit in der Gastronomie, aber meine Gesundheit zu Opfern ist keine Option für mich.

Es muss anders gehen

Meine Entscheidung: Entweder gebe ich das stressige Business auf oder ich verändere was!

Aufgeben widerspricht meiner Natur , deshalb habe ich die Herausforderung, die Situation in der Basis zu verändern, angenommen.

Meine Erfahrungen im Mentaltraining für den Reitsport, haben mir geholfen, die Ursachen relativ schnell zu identifizieren. 

Die Stressoren habe ich zwei Überkategorien aufgeteilt. 

 

Stress kommt von Außen – wirklich?

Der gefürchtete Stress entsteht nicht nur durch die Umstände, sondern oft erst in unseren Köpfen.

Denn jeder bewertet anders. Ein und dasselbe Ereignis lässt den einen kalt, während sich der andere komplett unter Druck gesetzt fühlt.

Die Dynamiken in der Gastronomie sind vielschichtig – es gibt durchaus äußere Faktoren die Stress verursachen und die sich beispielsweise durch Optimierung von Arbeitsabläufen minimieren. Um die soll es hier aber nicht gehen. Mehr dazu findest du hier….

Interessanterweise sind viele Ereignisse, die zunächst als äußere Stressoren erscheinen, bei genauerem Hinsehen Belastungen die erst durch unsere persönlichen Bewertungen der Situation entstehen.

Oh je, der Laden ist voll

Ein Beispiel: Die Hektik im voll besetzen Restaurant mag auf den ersten Blick eine äußerliche Ursache sein.

Die Harmonie bedürftige Anna Herzlich nimmt es als chaotisch und überfordernd wahr, weil sie sich gerne in Ruhe um jeden Gast kümmert.

Hans Dampf  hingegen findet dieselbe Situation belebend und herausfordernd. Er mag das, sonst wird ihm langweilig.

Dieses einfache Beispiel verdeutlicht, dass nicht die Situation selbst, sondern unsere individuellen Bewertungen den Stress verursachen.

Bewertung ändern

Das heißt also wir können uns Stressabbau Programme sparen, wenn wir an der Wurzel ansetzen und unsere Bewertungen ändern. 

Wie das mit Hilfe von Mentaltraining geht zeig ich in dieser Blogserie.