Die Schönheit der dunkelsten Jahreszeit

Dezember 26, 2024 0 Von Annette Kreiling

Dunkelnächte – Geniesse die Dunkelheit

Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Winter-Blues – das verbinden wir oft mit der dunklen Jahreszeit, wenn nicht nur Licht fehlt, sondern auch das Wetter äußerst ungemütlich ist.

Doch wie bei allem gibt es auch hier den Gegenpol:

Lass dich von Dunkelheit und ungemütlichem Wetter einladen, langsamer zu werden, nach innen zu schauen und dich zu fragen: Wie geht es mir wirklich?

Mach es dir zu Hause gemütlich – bei Kerzenlicht, einem warmen Getränk oder einem entspannten Abend mit einem Buch.

Du kannst die Zeit auch nutzen, um kreativ zu werden, ein neues Hobby zu entdecken oder ein altes wieder zu beleben.

Ich male gerne an den langen Winterabenden. Kannst du nicht malen? Probier´s mal. Es geht ums tun, nicht darum Kunstwerke zu schaffen.

Diese ruhigere Zeit gibt dir die Chance, deine Energiereserven wieder aufzufüllen und dich innerlich zu sortieren.

Die Magie der Dunkel- und Rauhnächte

Ich habe die Rituale der Dunkel- und Rauhnächte alltagstauglich aufbereitet und nutze sie, um Rückblick auf das alte Jahr zu halten und eine Vorschau auf das neue Jahr zu wagen.

Von den Rauhnächten hast du sicher schon gehört, aber kennst du auch die Dunkel- oder Sperrnächte?

Die Rauhnächte stehen traditionell für Neuanfang und eine Vorschau auf das neue Jahr. Die Dunkelnächte dagegen laden dazu ein, zur Ruhe zu kommen und das vergangene Jahr zu reflektieren.

Ich nutze diese Zeit, um mich auf die Rauhnächte vorzubereiten und die hinter mir liegenden Monate friedvoll abzuschließen.

Die Sperrnächte, wie die Dunkelnächte auch genannt werden, nutze ich zum Aufräumen: Haus, Garten, Computer, Stall – und auch mein Geist werden gründlich durchgefegt.

Zudem sorge ich für freie Zeit, damit ich für die Rituale der Rauhnächte die nötige Ruhe finde. Es gibt keine geschäftlichen und keine privaten Termine. Diese Zeit gehört nur mir und meiner Familie.

Namensherkunft und Hintergrund

In früheren Zeiten wurden die Tage vor der Wintersonnenwende am 21. Dezember genutzt, um Haus und Hof aufzuräumen und winterfest zu machen.

Landwirtschaftliche Geräte wurden repariert, gereinigt und sicher verstaut, um sie vor der wilden Jagd, die während der Rauhnächte umherziehen soll, zu schützen.

Davon lässt sich auch die Bezeichnung „Sperrnächte“ ableiten. Sie steht sinnbildlich dafür, alte Lasten weg zu sperren und Ordnung zu schaffen, um mit neuer Energie ins kommende Jahr zu starten.

Der Zeitraum

Das genaue Startdatum wurde unterschiedlich überliefert. Ich denke, es kommt weniger auf die genaue Zeit an, sondern vielmehr auf das Herunterfahren und Reflektieren.

Ein oft genannter Zeitraum reicht vom 8. bis 21. Dezember. Dann sind es genau 13 Nächte, die den alten germanischen Jahreskreis mit 13 Mondzyklen symbolisieren.

Einer Überlieferung nach empfängt die Erde am 8. Dezember einen Impuls der Sonne, die ihr dann nach 13 Tagen zur Wintersonnenwende neues Leben in Form von Licht und Wärme schenkt. Denn am 25. Dezember, wenn die Rauhnächte beginnen, steht die Sonne wieder etwa 1,5 Minuten länger am Himmel.

Symbolische Bedeutung

Es geht nicht darum, Geschehenes rückgängig zu machen. Denn wir wissen ja, dass Verdrängen selten der richtige Weg ist, um mit unangenehmen Ereignissen umzugehen.

Mit „Wegsperren“ könnte man assoziieren, den unangenehmen Dingen einen sicheren Platz zu geben, an dem sie genauer betrachtet und von ihrer emotionalen Verbindung gelöst werden können.

So können wir das Jahr in Frieden abschließen und Raum für die Weiterentwicklung schaffen.

Wir können uns bewusst machen, was wir in einer schwierigen Situation über uns erfahren haben, und dankbar für das Gelernte sein.

So manche Dinge werden erst im Dunkeln sichtbar, wenn wir weniger Tatendrang haben und bereit sind, nach innen zu schauen.

Alle vermeintlich negativen Erfahrungen bergen etwas Positives in sich: Sie erweitern unseren Horizont, unser Wissen und geben uns neue Kraft und Hoffnung.

Diese Dunkel- oder Sperrnächte sind also ideal, um sich den Schattenseiten des vergangenen Jahres zu stellen und sie ohne emotionalen Ballast in unserer Erinnerung zu bewahren.

Und dabei denke ich nicht nur an große, belastende Ereignisse, sondern auch an die alltäglichen kleinen Dinge, die das Potenzial haben, uns den letzten Nerv zu rauben. Diese zu betrachten, kann deine Lebensqualität erheblich steigern.

Wenn Ereignis und Emotion entkoppelt sind, kannst du daraus eine innere Stärke entwickeln, um dich auf die kommenden Rauhnächte vorzubereiten. Denn dann helfen dir die Erkenntnisse der Reflexion, dein neues Jahr fokussiert zu planen und deine Wünsche zu verwirklichen.

Rituale und Reflexionsfragen für die Sperrnächte

Vielleicht kennst du die Zuordnung einzelner Nächte zu bestimmten Monaten bereits im Zusammenhang mit den Rauhnächten.

Da diese mystischen Rituale wieder populärer geworden sind, wurden sie oft an unsere Zeit angepasst – das ist auch gut so. Du findest viel dazu im Netz.

Auch ich habe meine Rituale an meine Lebenssituation angepasst und alltagstauglich gestaltet.

Ursprünglich wurden Rückschau und Vorausschau getrennt.

Die 13 Dunkelnächte bieten sich ideal an, um sich intensiv, Monat für Monat, der Verarbeitung des vergangenen Jahres zu widmen.

Doch in unserer Realität ist die Vorweihnachtszeit eher eine Zeit mit hektischem Treiben als mit Stille und Einkehr.

Ich bin mir aber sicher, dass auch du am Abend eine Stunde zur Ruhe kommen kannst, um zu reflektieren. (Mal Social Media und Fernseher auslassen.)

Stelle dir die Fragen jeden Abend. Besonders leicht fällt dir das, wenn du über das gesamte Jahr ein Journal geführt hast.

Frage dich für jeden Monat:

• Was habe ich erfolgreich abgeschlossen?

• Was hat mir am meisten Spaß gemacht?

• Was habe ich in herausfordernden Situationen gelernt?

• Wofür bin ich dankbar, selbst wenn es schwierig war?

• Was möchte ich loslassen, um Raum für Neues zu schaffen?

Nutze diese Fragen, um tiefer in dich einzutauchen und vergangene Erfahrungen wertzuschätzen.

Mit diesem Vorgehen kannst du deinen Geist reinigen und neu ordnen. Du kannst das Alte abschließen, um mit klaren Wünschen und Zielen ins neue Jahr zu starten.